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Schavan hält angeblich brisante Atomstudie zurück

Berlin (dpa) - Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) hält nach einem Zeitungsbericht seit drei Monaten eine brisante Atomstudie zurück. In dem Papier, das erst nach der Bundestagswahl veröffentlicht werden soll, empfehlen 100 Wissenschaftler den Bau von neuen Atomkraftwerken.


 

Annette Schavan

Forschungsministerin Annette Schavan (CDU) hält laut einem Zeitungsbericht eine Studie zu Atomkraftwerken zurück.
© dpa

 

Außerdem raten sie zu einer neuen Endlagersuche im Tongestein, wie die "Financial Times Deutschland" berichtet. Die meisten deutschen Tonformationen gibt es in Baden-Württemberg. Ein Ministeriumssprecher sagte, bei dem Energiekonzept handele es sich nicht um eine "Atomstudie", sondern um "denkbare Szenarien" für eine künftige Energiepolitik. "Die Wissenschaft ist frei. Wir haben keine Vorgaben gemacht", sagte er.

Auch würden in dem Konzept keine konkreten Vorschläge für den Bau von neuen Atomkraftwerken gemacht. Im übrigen befassten sich nur vier Seiten der insgesamt 60 Seiten umfassende Vorstudie mit der Atomkraft.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) sagte dagegen, offensichtlich spiele die Atomkraft in den Planungen der Union "insgeheim eine größere Rolle als bisher immer behauptet". Während die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) offiziell von der Atomkraft als "Brückentechnologie" für den Übergang zu den Erneuerbaren Energien spreche, "lässt sie zu, dass ihre Forschungsministerin und Stellvertreterin im Parteivorsitz Gutachten in Auftrag gibt, die schon mal den Neubau von Atomreaktoren untersuchen", sagte Gabriel. Er forderte die Bundeskanzlerin auf, Klarheit zu schaffen. "Mehr Atomkraft ergibt mehr Atomkraft, aber nicht mehr Windkraft." Die Fraktionsvize der Grünen im Bundestag, Bärbel Höhn, forderte von Schavan die sofortige Veröffentlichung der Studie.

 

Mitautor der Studie ist der renommierte Stuttgarter Technik- und Umweltsoziologe Ortwin Renn. Er verfügt über langjährige Erfahrungen in der Risikoforschung und Technikfolgenabschätzung sowie in der Einbindung von Interessengruppen und Öffentlichkeit bei der Lösung konfliktbeladener Themen. Die Zeitung zitiert aus einem Brief Renns an seine Forscher-Kollegen, in dem er die bisherige Nicht- Veröffentlichung des Gutachtens erklärt. Das Ministerium sowie die Präsidenten der beteiligten Wissenschaftsorganisationen hätten sich darauf verständigt, "das Konzept erst nach der Bundestagswahl der Öffentlichkeit vorzustellen, da sonst die Gefahr bestände, dass es im Wahlkampf untergeht oder zerredet wird".


Wie die Zeitung unter Berufung auf den Brief Renns schreibt, sei Schavan am 24. Juni eine Kurzfassung des Konzepts übergeben worden. Darin heißt es: "Abhängig von politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen könnte sich Deutschland aber in der Zukunft wieder an der Entwicklung und dem Bau von neuen Kernkraftwerken beteiligen, um einen erheblichen Teil des Energiebedarfs mit Kernenergie zu decken." Trotz unbestreitbarer Risiken biete die Kernkraft "eine kostengünstige und konsensfähige Grundlast".

Bei der Studie mit dem Titel "Konzept für ein integriertes Energieforschungsprogramm für Deutschland" handelt es sich offensichtlich um den ersten großen Forschungsauftrag für die Deutsche Nationalakademie Leopoldina in Halle, die Schavan 2008 gegründet hatte. An dem Konzept sind drei große Wissenschaftsorganisationen beteiligt.

Die Wissenschaftler werben laut Zeitung in ihrem Konzept auch für einen anderen Endlager-Standort als den Salzstock in Gorleben. Schavan hatte sich dagegen wiederholt für Gorleben ausgesprochen. Die Wissenschaftler schreiben: "Für ein Endlager im Tongestein liegen umfangreiche wissenschaftliche Erkenntnisse aus Frankreich, Belgien und der Schweiz vor." Die Zeitung verweist darauf, dass die meisten Tonlager in Deutschland in Baden-Württemberg liegen - der politischen Heimat Schavans.

 


 

 Sonstiger Text o. Link www.perspektive-für-deutschland.de